Glückliches Ziegen-Leben auf dem Wöpplinsberg

Sie ist groß, weiß und dick. Ihr sanfter Blick verrät nicht, dass sie sich schon immer durchgesetzt hat. Beim Mittagessen duldet die Chefin niemanden neben sich. Im Stall ist es ruhig. Ab und zu Rascheln und Scharren – das Geräusch, wenn sich eine der Ziegen im Stroh erhebt. Die alte Ziege hat nur eine Zitze. Trotzdem mag Veronika Wagner nicht auf sie verzichten: „Ich behalte sie auch, weil sie gut Milch gibt“, sagt die 26-jährige Landwirtschaftsmeisterin. Erst im vergangenen Sommer hat sie den elterlichen Hof umgekrempelt und nicht nur von Milchkühen auf Ziegen, sondern auch von konventioneller zu biologischer Landwirtschaft umgestellt. Ein Kraftakt im weichen Hügelland des Wöpplinsbergs, der sich bei Emmendingen an den Schwarzwald schmiegt.

Wöpplinsberg ist ein kleiner Weiler östlich von Mundingen. Das erste erhaltene Besitzverzeichnis des Klosters Schuttern vom Jahre 1136 nannte Dorf und Kirche Wöpplinsberg als Besitz des Klosters Schuttern in der Ortenau. Die Wöpplinsberger Kirche war Pfarrkirche von Mundingen sowie Niederemmendingen, Keppenbach und einige umliegende Höfe. Während der Reformationszeit wurde Wöpplinsberg durch die Markgrafen von Baden-Durlach als Landesherren evangelisch. Im 30jährigen Krieg und in den späteren Erbfolgekriegen wurden die Gebäude beschädigt und zerstört. Die Pfarrkirche in Wöpplinsberg wurde 1743 samt Friedhof in das Dorf Mundingen verlegt. Im Jahr 1768 wurden die baufälligen Gebäude bis auf die Grundmauern abgerissen, aber 1793 ließ Landbaumeister C.F. Meerwein wegen eines Rechtsstreites nochmals die Fundamente freilegen und fertigte einen bis heute erhaltenen Grundriss an. Heute erinnert so gut wie nichts mehr an die Kirche und den Ort Wöpplinsberg, abgesehen von einem Gehöft.

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